Privat ein Auto leasen oder Kredit aufnehmen?

Das private Autoleasing nimmt in den letzten Jahren zu, weil die Autobanken entsprechend attraktive Angebote unterbreiten. Noch in den 1990er hat kaum ein Privatmensch über Leasing nachgedacht, es galt als klassische Domäne von Geschäftsleuten. Tatsächlich hat es auch für Privatleute Vorzüge, die gegen die Nachteile abzuwägen sind.

Das Prinzip beim Leasing

Anders als bei einer Finanzierung gehört das Fahrzeug nicht dem Leasingnehmer, es ist von vornherein geplant, es zurückzugeben. Entsprechend muss es auch behandelt werden. Im Grunde ist der Unterschied zwischen Kauf, auch per Finanzierung, und Leasing derselbe wie zwischen einem Immobilienerwerb oder dem Wohnen zur Miete. Und in diesem Fall leuchtet jeder Person ein, dass bei einer Miete im Grunde Geld verschenkt wird. Ebenso verhält es sich beim geleasten Auto. Ganz so einfach ist der Fall natürlich nicht, zumal die Gestaltung der Leasingverträge häufig so vorgenommen wird, dass die monatliche Belastung niedriger ausfällt als bei einer Finanzierung. Allerdings ist in der Regel eine Leasingsonderzahlung zu leisten, und bei der Rückgabe des Fahrzeugs sind enge Rahmenbedingungen einzuhalten, beginnend bei den gefahrenen Kilometern bis hin zum Zustand des Wagens, der nach Möglichkeit und Vorstellung des Autohauses keinerlei Kratzer aufweisen sollte. Es lässt sich generell sagen, dass Leasing etwas teurer ist. Geschäftsleute wählen es, weil die Leasingrate monatlich unmittelbar steuerlich geltend zu machen ist. Außerdem wird bei Firmenwagen geplant, das Fahrzeug nach drei bis vier Jahren auszutauschen, dafür ist Leasing das perfekte Vehikel. Auch die Leasing-Sonderzahlung wird komplett von der Steuer abgesetzt. Dieses Mittel steht dem Privatmenschen natürlich nicht zur Verfügung. Sie können als Privatperson trotzdem Leasing als vorteilhaft empfinden.

Vorteile beim Privatleasing

-Es wird alle 24 bis 48 Monate ein neues Fahrzeug gefahren.
-Die Monatskosten hierfür sind geringer als bei einer Finanzierung.
-Es kann dadurch ein Fahrzeug gefahren werden, dass Sie sich als privater Leasingnehmer sonst nicht geleistet hätten.
-Bei einer Laufleistung unter 20.000 Kilometern jährlich bleibt das Leasing erschwinglich – wenn sonst keine Schäden auftreten.

Nachteile beim Privatleasing

-Schäden am Fahrzeug, auch nicht sichtbare Motor- und Getriebeschäden, können sehr teuer werden. Ob der Schaden behoben werden muss, entscheidet im Zweifelsfall der Leasinggeber, also das Autohaus, damit der Fachmann. Es lässt sich hier nur schwer streiten, auch wenn Sie als Fahrer mit einem finanzierten Fahrzeug noch bedenkenlos weitergefahren wären.
-Wenn die vereinbarten Kilometer überschritten werden (meist 20.000) oder wenn Sie ohnehin meist mehr Kilometer fahren, wird Leasing auch finanziell unattraktiv.
-Nach Ablauf der Leasingzeit sind Sie zu einer Entscheidung gezwungen. Entweder bringen Sie eine Sonderzahlung für ein neues Fahrzeug auf, oder Sie erwerben das alte Fahrzeug. Wenn Sie nach den zwei bis vier Jahren stets flüssig sein sollten, ist das kein Problem. Wenn nicht, war das ganze Leasing vielleicht viel zu teuer.
-Bei einer Leasingrückgabe wird fast von jedem Autohaus wegen irgendwelcher Kratzer gemäkelt, das gehört zum Geschäft. Wer sich diese Diskussion ersparen und auch nicht das Auto “wie auf Eiern” fahren möchte (damit ja nichts passiert), finanziert besser.

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